Ein großes Update hebt sich Mercedes für später auf – trotzdem verändert sich der Maybach GLS im Modelljahr 2026 spürbar.
Nicht durch neue Technik allein, sondern durch Details: dunklere Akzente, neue Lackierungen und noch mehr Ruhe im Innenraum. Der Wagen bleibt, was er sein soll – ein rollendes Wohnzimmer mit erstaunlicher Kraftreserve.
Gedacht ist er weniger für Fahrer als für Ankommen.
Eleganz statt Show: Die äußeren Änderungen
Der Luxus-SUV bleibt sofort erkennbar, doch die neuen Designoptionen verschieben die Wirkung deutlich. Besonders die sogenannte Night-Series ersetzt helle Chromteile durch dunkle Elemente und lässt das Fahrzeug zurückhaltender auftreten.
Neue Manufaktur-Farben erweitern die Individualisierung, darunter matte und seidige Töne. Große Räder und die typische Maybach-Front behalten ihre Präsenz, wirken jedoch weniger demonstrativ und mehr maßgeschneidert.
Preislich startet das Modell im Bereich um 180.000 US-Dollar – deutlich unter manchen Ultra-Luxus-SUVs, aber klar im Premiumsegment.
Motor: Kraft ohne Anstrengung
Unter der Motorhaube arbeitet weiterhin der bekannte handgefertigte 4-Liter-Biturbo-V8. Ein Mildhybrid-System unterstützt ihn beim Anfahren und Beschleunigen.
Leistung: etwa 550 PS
Drehmoment: rund 770 Nm
0–100 km/h: ungefähr 4,6 Sekunden
Die Zahlen wirken sportlich, doch der Charakter bleibt gelassen. Die Beschleunigung passiert ohne Drama – eher wie ein stetiger Schub als wie ein Sprint.
Luftfederung und kamerabasierte Fahrwerksregelung gleichen Unebenheiten aus, bevor Insassen sie überhaupt wahrnehmen.
Innenraum: eher Lounge als Cockpit
Die wichtigste Entscheidung im Maybach GLS ist das Weglassen der dritten Sitzreihe.
Der frei gewordene Raum gehört vollständig den Passagieren im Fond.
Dort finden sich:
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weit verstellbare Komfortsitze mit Massage-, Heiz- und Kühlfunktion
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große Mittelkonsole mit Ablagen und optionalem Kühlfach
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Klapptische für Arbeiten oder Essen
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besonders leise Kabine dank zusätzlicher Dämmung
Feines Leder, Holzoberflächen und dezente Ambientebeleuchtung schaffen eher Hotel-Suite-Atmosphäre als Auto-Interieur.
Das 29-Lautsprecher-Audiosystem dient nicht als Showeffekt, sondern eher als akustische Tapete – präsent, aber nie aufdringlich.
Technik: komfortorientiert digital
Im Vordergrund steht nicht Geschwindigkeit der Software, sondern Bequemlichkeit der Bedienung.
Das Infotainment bietet:
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zwei Displays im Cockpit
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eigene Bildschirme im Fond
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Smartphone-Integration
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Online-Navigation und WLAN
Passagiere hinten können Sitzposition, Klima oder Entertainment vollständig selbst steuern – fast wie in einer Business-Class-Kabine.
Fahrgefühl: Schweben statt Fahren
Der große Unterschied zu vielen Luxus-SUVs liegt in der Abstimmung.
Der Maybach versucht nicht sportlich zu wirken – er will Bewegungen glätten.
Straßenkanten verschwinden fast vollständig, Kurven werden ruhig genommen und selbst lange Fahrten ermüden kaum. Trotz über zwei Tonnen Gewicht bleibt das Fahrzeug stabil und kontrollierbar.
Die Höchstgeschwindigkeit ist begrenzt, doch das spielt hier keine Rolle: Die Qualität der Bewegung zählt mehr als das Tempo.
Position im Markt
Im direkten Umfeld bewegen sich Fahrzeuge wie Rolls-Royce Cullinan oder Bentley Bentayga.
Der Maybach geht dabei einen eigenen Weg: weniger extrovertiert, stärker technikorientiert und komfortbetont.
Mit Individualausstattung kann der Preis deutlich steigen, bleibt jedoch meist unterhalb der teuersten Konkurrenten.
Fazit
Der Mercedes-Maybach GLS 600 des Jahres 2026 verändert seine Philosophie nicht – er verfeinert sie.
Mehr Personalisierung, leisere Atmosphäre und ein souveräner V8 machen ihn zu einem Fahrzeug für Menschen, die nicht auffallen müssen, um Luxus zu erleben.
Er fährt nicht schneller als nötig.
Er fährt angenehmer als erwartet.